Am 13. November 2025 trafen sich rund 40 Trägerverantwortliche und Koordinatoren/Fachverantwortliche für die Schulsozialarbeit aus ganz Baden-Württemberg im KVJS-Bildungszentrum Schloss Flehingen zum zweiten Trägerfachtag Schulsozialarbeit.

Zur Umsetzung des Fachtags stand ein interaktives Programm mit Impulsvorträgen im Wechsel mit moderiert-strukturierten Selbstarbeitsphasen seitens der Teilnehmenden zur kollegialen Reflexion und Ideen-Entwicklung sowie allgemein zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Das Programm gestalteten vor Ort in der Gesamtmoderation Uwe Straß (freiberuflicher Trainer und Coach / Speyer) sowie Riva Moll und Claudio De Bartolo (KVJS-Landesjugendamt / Stuttgart).

Folgende drei Impulsvorträge bildeten die thematischen Säulen des Fachtags:

Beim Eröffnungsvortrag„Trägerstrukturen und deren Relevanz für professionelles Handeln in der Schulsozialarbeit – Ergebnisse einer bundesweiten Fachkräftebefragung von Lars Bieringer und Prof. Dr. Sebastian Rahn (htw saar / Fakultät für Sozialwissenschaften) wurden die erste Ergebnisse der aktuellen Studie „Schulsozialarbeit im bundesweiten Vergleich“ für Baden-Württemberg und zur fachlichen Trägerarbeit vorgestellt.

Eine zentrale Schlussfolgerung ist hierbei, dass die fachliche Trägerunterstützung, Supervision sowie Konzeptionen wichtige Rahmenbedingungen für eine professionell agierenden Schulsozialarbeit sind, einer Übernahme fachfremder Aufgaben vorbeugt und autonome Handlungsspielräume im Sinne des Kinder- und Jugendhilfeauftrags ermöglicht.

Der zweite Impulsvortrag war ein Praxisbeispiel für eine „Good-Practice-Trägerarbeit“. „Steuerung von Schulsozialarbeit – Vorstellung implementierte Maßnahmen und Rahmenbedingungen“ von Tina Schüle und Selina Stuiber (AWO Soziale Dienste gGmbH Schwäbisch Hall).

Die beiden Fachverantwortlichen präsentierten den Teilnehmenden verschiedene konzeptionelle Maßnahmen, wie sie als Träger die Strukturen für das Arbeitsfeld und die Fachkräfte dezentral und agil in einem Entwicklungsprozess gestalteten und noch am Gestalten sind – sodass Mehrwert und Synergien für alle Beteiligten entstehen.

Der dritte Vortrag war Teil des Transfers, für das vom KVJS-Landesjugendamt geförderten Modellvorhaben, „Quo Vadis? Veränderungen anstoßen – Diskriminierung im Schulalltag angehen – Schulsozialarbeit_innen als „Change Agents““ von adis e.V..

Im Kern ging es bei dem Vortrag „Schulsozialarbeit und Diskriminierung an Schulen – Verantwortung und Herausforderung der Träger“ von Andreas Foitzik und Julia Kaiser (adis e.V. / Tübingen), wie Träger ihre Fachkräfte bei einer Schulsozialarbeit, die sich gegen Diskriminierung einsetzt, stärken können.

Zentrale Voraussetzung ist hierbei ein klares Professions- und Auftragsverständnis von Schulsozialarbeit, dass seitens der Träger gestützt wird. Sodass sich Schulsozialarbeit, als eine an den Menschenrechten orientierte Soziale Arbeit mit ihren Angeboten anwaltschaftlich für die Anliegen und gesetzlichen Ansprüche junger Menschen einsetzt. Wichtig ist hierbei auch, dass die Auseinandersetzung mit Diskriminierung kein zusätzliches Handlungsfeld der Schulsozialarbeit darstellt, sondern dem eigenen Auftrag immanent ist.

Insgesamt gab es seitens der Teilnehmenden ein positives Resümee zum Fachtag:

„Ausreichend Zeit für Austausch und guter fachlicher Input.“

„Der Praxisnahe Bezug und doch vertiefend.“

„Die Austauschsituationen an den Gruppentischen.“

2026 wird für die Zielgruppe der Fachverantwortlichen/Trägerverantwortlichen (mit Dienst- und Fachaufsicht) eine Online-Praxiswerkstatt zum Thema „Dienst- und Fachaufsicht, Einarbeitungs- und Begleitungsprozesse sowie Professionalisierung in der Schulsozialarbeit zielführend gestalten“ stattfinden.