17. Kinderschutztag Baden-Württemberg: Gemeinsam stark für den Kinderschutz – verantwortlich und vernetzt
Ein gemeinsamer Fachtag von Innenministerium, Justizministerium, Kultusministerium, Sozialministerium und KVJS-Landesjugendamt

Kursnr.
26JH0084
Datum
Di., 14.07.2026,
09:30 - 17:15 Uhr
Dauer
1 Termin
Gebühr
ohne Übernachtung: 0,00 €

Der 17. Kinderschutztag bietet eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen und damit die Möglichkeit für eine verbesserte Vernetzung im Kinderschutz. Unter dem Titel „Gemeinsam stark für den Kinderschutz – verantwortlich und vernetzt“ setzen wir in diesem Jahr den Fokus auf die Vernetzung und den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren im Kinderschutz.

Die gemeinsame Verantwortung für den Kinderschutz macht es notwendig, den Kinderschutz aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und gemeinsam Lösungen für eine effektivere Unterstützung von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Wir laden daher Fachkräfte aus den Bereichen Soziales, Justiz, Kinder- und Jugendhilfe sowie aus den Bereichen Bildung, Innere Sicherheit und anderen relevanten Feldern ein, um gemeinsam zu diskutieren und voneinander zu lernen.


Die Vorträge am Vormittag werden in hybridem Format angeboten. Auch für die digitale Teilnahme von 10:00 - 12:15 Uhr ist eine Anmeldung erforderlich.

Die vertiefenden Fachforen am Nachmittag finden ausschließlich in Präsenz statt. Sie haben die Möglichkeit, an zwei der insgesamt fünf Fachforen teilzunehmen. Die detaillierten Beschreibungen der einzelnen Fachforen finden Sie im Tagungsprogramm.


Die Veranstaltung ist kostenfrei.


09:30 Uhr                Ankunft und Anmeldung der Teilnehmenden / Get-together mit Kaffee

               Markt der Möglichkeiten


10:00 Uhr                Begrüßung und Einführung in die Tagung

               Grußwort Ulrich Schmolz, Leitung Referat Kinder, Schutzkonzepte,

               Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration

               Moderation Sebastian Messerschmidt


10:15 Uhr                Impulsvortrag: Risikofaktor Systemlogiken: Vernetzung für einen gelingenden Kinderschutz?

               Prof.in Dr. Anja Teubert, Professorin für sozialraumorientierte Soziale Arbeit, Studiengangsleitung Soziale Arbeit Kinder- & Jugendhilfe / Hilfen zur Erziehung, Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart

               

11:15 Uhr        Impulsvortrag: Schutz vor sexualisierter Gewalt: Warum verbindliche Standards und starke Netzwerke entscheidend sind 

               Kerstin Claus, Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM) Berlin

               

12:15 Uhr                Mittagspause & Vernetzung beim Markt der Möglichkeiten


13:15 Uhr                Interdisziplinäre Austauschforen: 1. Durchgang


  • Forum I

Istanbul-Konvention und Kinderschutz bei häuslicher Gewalt – familiengerichtliche Möglichkeiten in einem vernetzten Hilfesystem mit Ausblick auf die elektronische Fußfessel in Hochrisikofällen

Das familienrechtliche Verfahrensrecht ermöglicht im Zusammenwirken mit dem materiellen Kindschaftsrecht aufgrund seines Gestaltungsspielraums ein effektives Schutzsystem. Auch die Rechtsprechung seit November 2022 und die Reformvorschläge des Gesetzgebers zum Gewaltschutzgesetz verstärken die Möglichkeiten des Kinderschutzes bei häuslicher Gewalt. Als Praxisbeispiel wird der Sonderleitfaden zum Münchener Modell und seine Umsetzung dargestellt.

Ulrike Sachenbacher, Leiterin der Abteilung 5a, weitere aufsichtsführende Richterin, Amtsgericht München, Kompetenzpartnerin Kinderschutz des OLG-Bezirks München


  • Forum II

Wie kann datenschutzkonformer Informationsaustausch verschiedener Akteure im Kinderschutz gelingen?

Im Fachforum wird der Fokus darauf gerichtet, welche Notwendigkeit für Informationsaustausch mit verschiedenen Akteuren ausgehend von den fachlichen Erfordernissen im Kinderschutz bestehen und wie dieser Informationsaustausch datenschutzkonform ermöglicht werden kann. Hierzu wird ein grundsätzlicher Überblick zur Informationsweitergabe im Kinderschutz bei Bekanntwerden möglicher Gefährdungen, für interdisziplinäre Gefährdungseinschätzungen und im Hilfeverlauf gegeben. Es werden rechtliche und fachliche Einordnungen vorgenommen sowie exemplarische Falldarstellungen aus der Praxis des Jugendamtes vorgestellt.  

Katharina Lohse, Vorständin und fachliche Leitung Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF), Heidelberg

Christine Schneider, Landeshauptstadt Stuttgart – Jugendamt, Bereichsleitung Beratungszentrum für Jugend und Familie Feuerbach/Weilimdorf

Sebastian Groß, Landeshauptstadt Stuttgart, Bereichsleitung Beratungszentrum Jugend und Familien West


  • Forum III

Schulen als sichere Orte: Strategien gegen sexualisierte Gewalt

Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt sind seit März 2025 an allen öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg verpflichtend zu entwickeln und umzusetzen. Was versteht man unter Schutzkonzepten an Schulen, wie wirken sie und welche Maßnahmen sind an Schulen dazu wichtig? Wie gestaltet sich die Intervention in Fällen sexualisierter Gewalt, die an Schulen bekannt werden? Präventionsmaßnahmen tragen dazu bei, Schulen zu sichereren Orten zu machen, Intervention schützt Betroffene und gibt Handlungssicherheit in Fällen sexualisierter Gewalt.

Tonja Brinks, Referat 54 Prävention und Gesundheitsförderung für Schülerinnen und Schüler, Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung, Fachvertreterin der Kultusministerkonferenz zu Prävention von Gewalt und sexuellem Missbrauch

Christian Klützke, Präventionsbeauftragter, Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung, Regionalstelle Stuttgart und Beratungslehrkraft

N.N., Schulaufsicht


  • Forum IV

Prävention und Intervention gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen

Das Landeskriminalamt BW präsentiert die neue landesweite Konzeption zur „Prävention und Intervention gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen“. Diese hat die Aufklärung, Sensibilisierung und verstärkte Vernetzung von Fachkräften, Polizeibeamtinnen und -beamten, Eltern sowie Ehrenamtlichen zum Ziel. Anknüpfend stellen das Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Freiburg und das Polizeipräsidium Freiburg ihre Zusammenarbeit vor und zeigen auf, wie eine enge und effektive Kooperation zwischen dem Jugendamt und der Polizei aussehen kann, um die Ziele der neuen Konzeption umzusetzen.

Achim Hummel, Innenministerium-LPP- Referat 32, Kriminalitätsbekämpfung, Kriminalprävention, Kriminologie und Internationales, Leiter der Geschäftsstelle der Zentralstelle Kommunale Kriminalprävention (GeZ KKP)

Guenola Warneke

Landeskriminalamt Baden-Württemberg, Referat Prävention, Stuttgart

Stellvertretende Leiterin der Landeskriminalprävention, Arbeitsbereichsverantwortliche Grundsatz und Opferschutz

Vanessa Völkel

Amt für Kinder, Jugend und Familie – Freiburg, Jugendamtsleitung


Katrin Kern

Polizeipräsidium Freiburg, Referat Prävention – Standort Freiburg

Opferschutzkoordinatorin PP Freiburg


  • Forum V

Echte Gefühle, künstliche Welten: Kinder zwischen digitalen Freunden, Influencing und Manipulation

Kinder und Jugendliche begegnen in Anwendungen wie Chatbots oder durch Influencing zunehmend digitalen Gegenübern, die Nähe simulieren, Orientierung versprechen und zugleich gezielt beeinflussen können. Das Fachforum greift aktuelle Befunde der JIMplus-Studie zur Frage des Digital Wellbeing von Jugendlichen auf und diskutiert anhand konkreter Praxisbeispiele, wie solche Phänomene eingeordnet werden können und welche Ansätze sich daraus für die Medienkompetenz im Alltag ableiten lassen.

Amelia Krebs, Fachreferentin jugendschutz.net

Frank Woithe, Referent jugendschutz.net

Yvonne Gerigk, Referentin Forschung, Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK)

Benjamin Thull, Leitung Team Jugendschutz und Forschung, Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK)


14:45 Uhr                Networking-Café im Hospitalhof


15:15 Uhr                Interdisziplinäre Austauschforen: 2. Durchgang


16:45 Uhr                Abschlussrunde im Plenum


17:15 Uhr                Ende der Veranstaltung


Tagungsleitung:

Dr. Henrike Ehrhorn        Ministerium der Justiz und für Migration BW

Julia Thürbeck        Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration BW

Michael Riehle        Referatsleiter beim Landesjugendamt, KVJS BW

Stephanie Alter-Betz        Fachberaterin im Landesjugendamt, KVJS BW



Hinweise:


Nach Ihrer Anmeldung zum Fachtag erhalten Sie eine E-Mail mit einem Link, über den Sie Ihre Präferenzen für die Fachforen angeben können.


Wir bemühen uns, Ihnen die Teilnahme an dem von Ihnen am höchsten priorisierten Fachforum zu ermöglichen. Für das zweite Fachforum berücksichtigen wir Ihre weiteren Priorisierungen entsprechend den verfügbaren Kapazitäten. Sie erfahren vor Ort, an welchen Fachforen Sie teilnehmen.


Zur Sicherung einer möglichst interdisziplinären Zusammensetzung erfolgt eine Auswahl der Teilnehmenden, eine verbindliche Teilnahmezusage erfolgt bis spätestens 30.06.2026.


Kurstermine

Anzahl: 1
Datum

14.07.2026

Uhrzeit

09:30 - 17:00 Uhr

Ort

Hospitalhof Stuttgart



Zielgruppe

Fachkräfte der Jugendämter und freien Träger der Jugendhilfe und aus den Bereichen Soziales, Justiz, Bildung, Innere Sicherheit mit Kinderschutzaufgaben

Zu diesem Kurs sind keine Orte verfügbar.

Dozent(en)