Häusliche Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem: Jede dritte bis vierte Frau in Deutschland wird in ihrem Leben zur Betroffenen, unabhängig von Alter, sozialer Zugehörigkeit und kulturellem Hintergrund. Dennoch wird die Häufigkeit immer noch oft unterschätzt, weil Gewalt in engen sozialen Beziehungen oft schambesetzt oder als „Privatsache“ betrachtet wird.
Die Istanbul-Konvention nimmt den Staat in die Pflicht zur Prävention und Intervention. Fachkräfte in pädagogischen, medizinischen, sozialen und beratenden Berufen begegnen dem Thema oft im beruflichen Alltag und sind daher wichtige Ansprechpersonen, Hinweisgebende und möglicher Einstieg in die Interventionskette. Schwangerschaften zählen zu den vielen Risikofaktoren für erstmals auftretende oder sich verschärfende Gewalt in der Partnerschaft.
Dieses Seminar richtet sich gezielt an Beraterinnen und Berater bei Schwangerschaftsberatungsstellen. Es bietet eine Einführung in das Thema häusliche Gewalt und gibt eine erste Orientierung für den Umgang mit Betroffenen. Die Teilnehmenden erhalten einen Einblick in die Häufigkeit und die Risiken von häuslicher Gewalt. Die verschiedenen Formen und Folgen von häuslicher Gewalt für Betroffene, vor allem für Mütter und Kinder, werden aufgezeigt. Darüber hinaus werden Anzeichen von häuslicher Gewalt und deren Formen behandelt. Es werden Unterstützungsmöglichkeiten sowie einige rechtliche Grundlagen vermittelt. Das Seminar vermittelt einen ersten Überblick darüber, wie mit Fällen von häuslicher Gewalt umgegangen werden kann, wenn das Thema im Kontakt sichtbar wird. Zudem werden den Fachkräften Maßnahmen zur Selbstfürsorge vorgestellt.
Das Ziel besteht darin, die Teilnehmenden für das Thema zu sensibilisieren, sie handlungssicherer zu machen und sie dazu zu befähigen, ihre berufliche Rolle im Umgang mit häuslicher Gewalt zu reflektieren, ohne sich in dieser ernsten und komplexen Thematik zu verlieren.
Das Online-Seminar wird mit der Software Zoom durchgeführt.
02.07.2026
08:30 - 12:30 Uhr
Online-Seminar