In Modul 5 der Fortbildungsreihe Neu in der stationären Jugendhilfe werden spezifische Inhalte für die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern (UmA) in der stationären Jugendhilfe thematisiert.
UMA bringen ihre Fluchterfahrungen und weitere besondere Lebenserfahrungen, oft auch Traumata, mit in die Jugendhilfe. Im Hinblick auf eine adäquate Betreuung und Begleitung dieser Zielgruppe geht diese Veranstaltung detailliert auf die Flucht als besonderes Lebensereignis sowie die praktische Ausgestaltung von kultursensibler Jugendhilfe ein.
Weiter werden praktische Themen aus der Arbeit mit UmAs in Wohngruppen anhand von Praxisbeispielen und theoretischen Einordnungen bearbeitet.
Es erfolgt insbesondere eine Auseinandersetzung mit Schutzfaktoren und Ressourcen.
Schließlich wird reflektiert, welche Faktoren auf Seiten der Mitarbeitenden dazu führen, dass sie den Belastungen der Arbeit gut gewachsen sind.
Schwerpunkte sind hier unter anderem:
- Migration als Lebensereignis
- Die verschiedenen Fluchtphasen
- Flucht und Herkunftsfamilie
- Auswirkung/Folgen von Verlust der Eltern/Familie
- Kultursensible Jugendhilfe
- Bedeutung digitaler Medien für UmA
- Umgang mit Traumata
- Schutzfaktoren und Ressourcen
- Förderung der Resilienzfaktoren
- Resilienz der Mitarbeitenden
Wissen wird durch theoretische Impulse vermittelt und durch Austausch in kleinen Gruppen vertieft sowie erweitert. Des Weiteren werden Fallbeispiele der Teilnehmenden thematisiert und Methoden geübt.
Hinweise:
Ziel der Fortbildungsreihe ist es, neuen Mitarbeitenden in den stationären Hilfen zur Erziehung eine Einführung in die wesentlichen Themenfelder des Handlungsfeldes zu geben, um insbesondere den Einstieg in die stationäre Jugendhilfe zu unterstützen. Dazu gehören gesetzliche Grundlagen, handlungspraktische Anleitung, Praxisreflexion und Theorie-Praxis-Transfer. Bereits gewonnene Praxiserfahrungen werden in den Kontext allgemeingültiger, fachlicher und rechtlicher Grundlagen gesetzt. Darüber hinaus wird Handlungssicherheit gestärkt.
Die Fortbildungsreihe ermöglicht eine intensive Begleitung in den Berufseinstieg in das stationäre Handlungsfeld, um Mitarbeitende über einen gelingenden Start langfristig für die stationären Hilfen zu gewinnen. Sie stellt eine Ergänzung zu den bereits absolvierten Ausbildungen oder Studiengängen der Teilnehmenden sowie zu den jeweiligen Einarbeitungskonzepten der Einrichtungsträger dar. Über die Teilnahme an der Fortbildungsreihe wird kein Fachkraftstatus erreicht.
Die Fortbildungsreihe umfasst folgende Module:
- Modul 1 – Grundlagen sozialpädagogischen Handelns in Einrichtungen (26JP0018)
- Modul 2 – Rechtliche Grundlagen für die stationären Hilfen zur Erziehung (26JP0019)
- Modul 3 – Kinder- und Jugendrechte, (Gewalt-)Schutz, Partizipation, Beschwerde (26JP0020)
- Modul 4 – Deeskalation und Konfliktmanagement (26JP0021)
- Modul 5 – Migrationssensibles Arbeiten und Umgang mit traumatisierten UmA (26JP0022)
Die Fortbildungsreihe besteht aus fünf Modulen. Die Module können einzeln gebucht werden.
Es wird empfohlen, vor der Teilnahme an den Modulen 3, 4 und 5 die Grundlagenmodule 1 und 2 der Fortbildungsreihe zu besuchen.
Teilnehmende erhalten pro Modul eine Teilnahmebescheinigung. Sofern Teilnehmende an mindestens vier Modulen teilnehmen, können sie eine zusammenfassende Teilnahmebescheinigung erhalten.